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14. August 2025

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PPA-Modelle im Überblick - Strategien für eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung

Power Purchase Agreements (PPA) sind längst mehr als ein Trend – sie sind ein strategisches Werkzeug für Unternehmen, die ihre Energieversorgung aktiv gestalten und gleichzeitig Kosten senken sowie Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen.

Raimund Zangl - Geschaeftsfuehrer

Raimund Zangl

Ein PPA ist ein individuell verhandelter Stromliefervertrag zwischen einem Energieerzeuger – häufig Betreiber von Wind- oder Solaranlagen – und einem Abnehmer wie einem Industrieunternehmen oder Energiehändler. Doch PPA ist nicht gleich PPA: Die Vertragsform entscheidet über Flexibilität, Kostenstruktur und Nachhaltigkeitswirkung.


1) Physische PPA: Direkt und greifbar

  • On-Site PPA

    Hier wird die Erzeugungsanlage direkt auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe des Verbrauchers errichtet. Der Strom wird vor Ort genutzt – Transport- und Netzkosten entfallen.

    Beispiel: Ein Unternehmen installiert über einen Projektentwickler Solaranlagen auf dem eigenen Hallendach. Der erzeugte Strom wird direkt verbraucht, ohne das öffentliche Netz zu belasten. Das spart Investitionen und senkt die Stromkosten.
  • Off-Site PPA

    Der Strom stammt aus einer entfernten Anlage und wird bilanziell über das öffentliche Netz geliefert. Die Standortwahl ist flexibel, Netzentgelte fallen jedoch an. Häufig wird ein Fixpreis vereinbart – ideal für Planungssicherheit.

    Beispiel: Ein Unternehmen in Süddeutschland bezieht Grünstrom aus einem Windpark in Norddeutschland. Der Vertrag regelt die Konditionen, der Strom fließt über das Netz.


2) Virtuelle PPA (vPPA): Flexibel und finanzorientiert

  • Ein vPPA trennt physische und finanzielle Stromflüsse. Der Erzeuger verkauft den Strom am Spotmarkt, der Abnehmer zahlt einen fixen Preis pro kWh. Liegt der Marktpreis darunter, gleicht der Abnehmer die Differenz aus – liegt er darüber, erhält er die Differenz vom Erzeuger.

    Dieses Modell ähnelt einem „Contract for Difference“ und dient als Absicherung gegen Preisschwankungen. Zusätzlich werden Herkunftsnachweise erworben. Zwar ist die Abwicklung einfacher, der Nachhaltigkeitswert jedoch geringer, da keine physische Lieferung erfolgt.

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